Dienstag, 25. August 2026

Deutschland, Land der Dichter und Denker? Das war einmal - Heute sind wir offenbar das Land der Ficker und Beklebten.

Wer aufmerksam durch deutsche Städte läuft, entdeckt auf Ampeln, Laternen, Parkbänken, Mauern und Verkehrsschildern eine bemerkenswert eintönige Artenvielfalt: F*CK, gefolgt vom Namen einer Partei, Organisation, politischen Richtung oder sonstigen Gruppe, die gerade zum öffentlichen Fick freigegeben wurde. Mal klebt die Aufforderung allein, mal in Rudeln, manchmal sogar übereinander - als müsse erst demokratisch ausgeklebt werden, wer nun wen und in welcher Reihenfolge zu ficken hat.



An jeder Ecke soll irgendjemand gefickt werden. Links fickt rechts, rechts fickt links, die Mitte fühlt sich übergangen, und irgendein Laternenmast trägt inzwischen so viele konkurrierende Fickbefehle, dass er wahrscheinlich selbst nicht mehr weiß, welcher Gesinnung er angehört. Der politische Diskurs ist damit endlich auf zwei Bestandteile reduziert: ein englisches Verb und ein Feindbild.

Doch das System hat einen gravierenden Mangel: Was macht ein Mensch, der zwar gerade Lust zu ficken hat, dem aber ausgerechnet der vorgeschlagene Empfänger zuwider ist? Soll er entgegen seiner Überzeugung handeln? Soll er unverrichteter Dinge nach Hause gehen? Oder kilometerweit durch die Stadt laufen, bis endlich ein Schildchen mit einem persönlich kompatiblen Fickziel auftaucht?

Das kann in einer freiheitlichen Gesellschaft nicht die Lösung sein.

Darum braucht Deutschland dringend eine bundesweit koordinierte Fickordnung. Jeder soll sich unbürokratisch aussuchen dürfen, wen er verbal ficken möchte - unabhängig von Herkunft, Weltanschauung, Parteibuch oder der Frage, wer zuerst auf der Laterne klebte. Niemand darf bevorzugt, niemand benachteiligt und schon gar niemand vom allgemeinen Fickbetrieb ausgeschlossen werden. Schließlich ist das Recht auf freie Entfaltung im Grundgesetz verankert - jenem Grundgesetz, das hier und da ebenfalls bereits gefickt wird.

Für alle, die sich angesichts des riesigen Angebots nicht entscheiden können, gibt es nun die konsequent inklusive Einheitslösung:

Dieser Aufkleber beendet die mühsame Suche nach dem passenden Gegner.

F*ck  d*ch  Ein*ach  al*e

Er verzichtet auf einseitige Bevorzugung, verhindert Benachteiligung und behandelt wirklich alle gleich schlecht. Keine Organisation wird vergessen, keine Partei privilegiert, keine Strömung ausgegrenzt.

Ein Aufkleber für alle. Gegen alle. Und damit vermutlich der ehrlichste Beitrag zur deutschen Gleichbehandlung, der je an einer Laterne klebte.


Satire darf alles - Aufkleber dürfen trotzdem nicht überall kleben - also bitte nur auf eigenen oder ausdrücklich freigegebenen Flächen verwenden.

Die Brandmauer

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