Es ist höchste Zeit, über die wohl gefährlichste Fehlinformation im Internet zu sprechen: Pornos vermitteln jungen Menschen ein völlig unrealistisches Bild von der Verfügbarkeit von Handwerkern.
Da genügt offenbar ein tropfender Wasserhahn, und wenige Minuten später steht ein gut gelaunter Klempner vor der Tür. Ohne Termin. Ohne Anfahrtspauschale. Und mit sämtlichen Ersatzteilen dabei. In der Realität erhält man frühestens nach dem dritten Anruf die beruhigende Auskunft: "Wir könnten Ihnen im November ein Zeitfenster zwischen 7 und 19 Uhr anbieten."
Auch Elektriker werden völlig falsch dargestellt. Im Film klingeln sie einfach an der Tür. Im echten Leben gelten sie längst als scheue Fabelwesen. Man findet gelegentlich Spuren von ihnen: einen Sicherungskasten, eine halb montierte Steckdose oder eine Rechnung mit der geheimnisvollen Position "Kleinmaterial". Eine direkte Sichtung ist jedoch selten.
Besonders problematisch ist das vermittelte Berufsbild: Handwerker erscheinen immer pünktlich, arbeiten allein und haben niemals einen anderen Auftrag. Kein Wort darüber, dass der Meister gerade auf einer Großbaustelle ist, der Geselle Urlaub hat und das benötigte Bauteil seit sechs Wochen im Rückstand liegt.
Die Folgen sind dramatisch. Junge Menschen wachsen mit der Erwartung auf, bei einem Rohrbruch müsse man nur kurz anrufen. Manche glauben sogar, ein Handwerker käme noch am selben Tag. Pädagogen warnen bereits vor einem vollständigen Verlust des Realitätsbezugs.
Deshalb fordern wir: Pornos erst ab 18 oder noch später - und vorher verpflichtende Aufklärung durch die örtliche Handwerker Innung. Jeder Film muss mit einem Warnhinweis beginnen:
Die gezeigte Terminvergabe ist frei erfunden.
Tatsächliche Wartezeiten können mehrere Wochen betragen.
Denn Fantasien sind erlaubt. Aber bei sofort verfügbaren Handwerkern hört der Spaß auf.

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