Samstag, 26. September 2026

Pornos verbieten - rettet das Handwerk!

Es ist höchste Zeit, über die wohl gefährlichste Fehlinformation im Internet zu sprechen: Pornos vermitteln jungen Menschen ein völlig unrealistisches Bild von der Verfügbarkeit von Handwerkern.



Da genügt offenbar ein tropfender Wasserhahn, und wenige Minuten später steht ein gut gelaunter Klempner vor der Tür. Ohne Termin. Ohne Anfahrtspauschale. Und mit sämtlichen Ersatzteilen dabei. In der Realität erhält man frühestens nach dem dritten Anruf die beruhigende Auskunft: "Wir könnten Ihnen im November ein Zeitfenster zwischen 7 und 19 Uhr anbieten."
Auch Elektriker werden völlig falsch dargestellt. Im Film klingeln sie einfach an der Tür. Im echten Leben gelten sie längst als scheue Fabelwesen. Man findet gelegentlich Spuren von ihnen: einen Sicherungskasten, eine halb montierte Steckdose oder eine Rechnung mit der geheimnisvollen Position "Kleinmaterial". Eine direkte Sichtung ist jedoch selten.
Besonders problematisch ist das vermittelte Berufsbild: Handwerker erscheinen immer pünktlich, arbeiten allein und haben niemals einen anderen Auftrag. Kein Wort darüber, dass der Meister gerade auf einer Großbaustelle ist, der Geselle Urlaub hat und das benötigte Bauteil seit sechs Wochen im Rückstand liegt.
Die Folgen sind dramatisch. Junge Menschen wachsen mit der Erwartung auf, bei einem Rohrbruch müsse man nur kurz anrufen. Manche glauben sogar, ein Handwerker käme noch am selben Tag. Pädagogen warnen bereits vor einem vollständigen Verlust des Realitätsbezugs.
Deshalb fordern wir: Pornos erst ab 18 oder noch später - und vorher verpflichtende Aufklärung durch die örtliche Handwerker Innung. Jeder Film muss mit einem Warnhinweis beginnen:
Die gezeigte Terminvergabe ist frei erfunden.
Tatsächliche Wartezeiten können mehrere Wochen betragen.
Denn Fantasien sind erlaubt. Aber bei sofort verfügbaren Handwerkern hört der Spaß auf.

Montag, 7. September 2026

Der große Merz-Halbierungstag


KI generiert: Die Brandmauer kippt


Sachsen-Anhalt wagte den Sprung in die Zukunft – und landete im 21. Jahrhundert. Na ja, fünf Jahre lang. Am Tag nach der Landtagswahl lässt sich ein wundersamer Zahlenzauber beobachten: Die AfD stand bei 37 Prozent, Jähresbilanz der Union bei 37 Kilo Gewichtsverlust. Aber lassen Sie sich nicht täuschen – das ist kein Zufall, das ist  persönliche Lebensphilosophie: Halbierung als Spielart der Nähe.

Die Union wollte die AfD halbieren, sie wollte analog betreiben, was sonst nur Grüne mit Demokratie wagen. Mail ab an Merz: Ihre eigene Partei hat das Verfahren mittlerweile mit 49 Prozent vorweggenommen. Das heißt nicht, es mangelt an Demokratieverständnis – es mangelt nur noch an Demokraten, die dafür eintreten. Man müsste fast den Eindruck gewinnen, Merz hat mit seiner Halbierungstaktik eigenhändig eine SPD der 1930er aus seinem eigenen Verein herauskultiviert. Oder besser: eine Partei mit der Substanz einer Pappteller-Pizza bei Hochwasser.

In Sachsen-Anhalt fliehen die etablierten Talkshowgäste vor der eigenen Brandmauer wie Mäuse vor einem Quadratmeter Käse mit Schimmel. Die CDU droht, die Neuauflage der Zentrumspartei zu werden – nur ohne Zentrum und ohne politische Partei. Selbst der Fraktionszwang bewirkt inzwischen nicht mehr, dass die eigenen Leute wissen, wo rechts ist. Aber wozu auch? In einem Parlament, in dem die AfD die größte Kraft ist, hat der Begriff „rechts“ längst seinen moralischen Kompass an die Wandfahne verloren.

Merz selbst erklärte seine Niederlage mit den „besonderen Umständen in Ostdeutschland“. Gemeint: Menschen, die keine Lust mehr haben, sich 35 Jahre lang von der gleichen Partei erklären zu lassen, dass ihre Probleme gar nicht existieren. Ein innovativer Ansatz, der in der Geschichte der Politik bisher nur durch den Wiederaufbau des römischen Reiches übertroffen wurde – ebenfalls unter dem Motto: Wenn alle rebellieren, erkläre ich es für Provinz.

Die wahre Ironie aber liegt im Detail: Die Brandmauer war ursprünglich dafür gedacht, die Demokratie zu schützen. Heute schützt sie CDU-Ressentiments vor dem Wähler. Sie trennt etwa so erfolgreich wie eine Glastür im Sommer – alle sehen durch, niemand kommt ran, und wenn man zu sehr drückt, fällt sie einem auf den Fuß. Wer gegen die Wand rennt, stellt fest: Die Mauer lehnt sich seitwärts. Und zwar in die Richtung, aus der gerade niemand mehr kommt.

In den Ländern, wo die AfD regiert, werden jetzt Fachkräfte ausgebildet: im Brandmauerabbau. Arbeitsmarktpolitische Innovation im 21. Jahrhundert. Denn nichts schafft so viele Jobs wie ein Konzept, das niemand durchschaut, aber alle mittragen. So entsteht die Freiheit, die die CDU sich immer erträumt hatte: keine Opposition mehr, kein Widerspruch, nur noch der sanfte Klang eigener Reden in leeren Sälen. Ein Landtag wie ein Wellness-Retreat – komplett ohne Gäste.

Aus rein akademischer Sicht ist der Merz-Effekt erstaunlich: Noch nie zuvor ist eine Partei so schnell so erfolgreich daran gescheitert, die Konkurrenz zu verkleinern, während sie selbst schrumpfte. Das ist nicht mehr Politik, das ist Performance Art. Die Leinwand heißt Deutschland, die Farbe heißt Wahlrot, und die Signatur ist ein Fragezeichen.

Er, der Kanzler,  ist immer noch überzeugt, dass Die-hard-Wähler „nur verunsichert“ sind. Eine charmante Lesart, die man auch beim Bäcker anwendet, wenn das Brot nicht aufgeht: Der Ofen war zu kalt, der Teig zu warm, der Kunde zu hungrig. Sachsen-Anhalt beweist: Die Brandmauer hält stand – nämlich davor, bei Abstimmungen den Wählern ins Gesicht zu sehen.

Zukunftsmusik: Wenn die Union so weiter halbiert, können wir Ende 2027 mit einer vierprozentigen CDU rechnen, deren gesamter Parteivorstand in einem VW-Up reist. Brandenburg wird dann von einer guten Wurstbude und einem verbitterten FDP-Mann regiert. Und Friedrich Merz? Er hält eine Rede vor leeren Sitzen und schwört auf die Kraft der Inhalte, die irgendwo seit 2019 verlegt wurden – vermutlich neben der Verfassung, in der Schublade mit den guten Vorsätzen.

Die Demokratie ist robust, sagen sie. Sachsen-Anhalt zeigt: Sie ist robust wie ein Pappkamerad im Sturm. Solange man nicht zu genau hinschaut, steht sie. Drückt man mit dem Zeigefinger – wen auch immer das symbolisiert – neigt sich das Ganze. Und die, die dahinter standen, fliehen. In alle Richtungen. Außer der, von der sie gekommen sind.

Tarnkappen Modus bei Rad - E-Scooter und Autofahrern an : CHECK

Die dunkle Jahreszeit ist wieder da - und mit ihr die Rad- und E-Scooterfahrer im Tarnkappenmodus. Neon schwarze Jacke, leuchtend schwarze H...