Glaubt man den Frommen dieser Welt, dann ist das Leben auf Erden nur eine Art Probeabo. Sechzig, siebzig, vielleicht achtzig Jahre Gratis-Testphase, danach entscheidet sich das Abo-Modell: „Ewiges Leben – Premium-Edition“ oder „Fegefeuer Unlimited“. Eine erstaunliche Kundenbindung – besonders, wenn man bedenkt, dass bisher kein einziger Abonnent von oben zurückgerufen hat, um das Feedback-Formular auszufüllen.
Die Gläubigen nehmen es gelassen. „Gott weiß, was er tut“, sagen sie – und blättern weiter im Handbuch „Himmlische Einlasskontrolle für Fortgeschrittene“. Man stelle sich vor, wie überfüllt der Himmel wäre, wenn wirklich alle Zutritt bekämen, die sich kurz vor Toresschluss entschuldigen. Da platzt selbst die Wolke mit der besten Serverkapazität.
Und während Millionen selig davon träumen, dereinst durch die Himmelstore zu schreiten, hat sich Donald J. Trump offenbar in den Kopf gesetzt, genau dort ein kleines, sagen wir mal, Sicherheitsproblem zu lösen. Nach seinem jüngsten theologisch-diplomatischen Zwist mit Papst Leo – der ihm angeblich den direkten Draht nach oben strich, weil „Make Heaven Great Again“ nur begrenzt dogmenfest sei – soll Trump erwogen haben, die Straße zum Himmelstor militärisch abzusichern.
Ein exklusiver Plan: Den Cherubim soll befohlen werden, künftig nur noch gereinigte Seelen mit ordnungsgemäßer Dokumentation in dreifacher Ausfertigung durchzulassen. Wer kein Visum oder einen „spirit level test“ besteht, wird abgewiesen – auf direktem Weg in den Zollbereich zwischen Fegefeuer und Florida.
Dabei bleibt die eigentliche Ironie himmlisch-irdisch dieselbe: Auch Donald Trump hat – wie alle, selbst mit goldener Toilette – eine begrenzte Haltbarkeit. Vielleicht merkt man erst im Jenseits, dass die himmlischen Tore gar keine Mauer brauchen. Nur eine Erinnerung: Eintritt gilt nur für Sterbliche. Und selbst ein Ex-Präsident bleibt da erstaunlich menschlich.
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Die Brandmauer

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