Die Straße von Hormus ist mal wieder dicht – und wie immer reagiert Deutschland, wo’s am meisten weh tut: direkt an der Tankstelle. Kaum steht im Iran ein Schiff quer, da bekommt der Preismast an der Ecke schon Puls. In Lichtgeschwindigkeit geht’s von 1,79 auf 1,99, begleitet vom vertrauten Klack-Klack des Preismotors – das Geräusch, mit dem Deutschland Nachrichten empfängt.
Denn unser bester Freund der Moderne, der digitale Preismast, hat jetzt ein neues Feature: „Breaking News“ direkt vom Golf ins Großhirn. Kein Radio, keine App, kein Twitter – einfach kurz rausfahren, 2,10 Euro pro Liter einatmen und wissen: Die Weltlage hat sich verschlechtert.
Heute: „Iran sperrt Straße von Hormus – Benzinpreis geht durch die Decke.“
Morgen: „Katar liefert wieder – Diesel bleibt trotzdem teuer.“
Übermorgen: „Ein Tanker hupt – Super E10 steigt vorsorglich auf 2,50.“
Autofahrer kurz vor Kassel berichten bereits von Staus an den News-Tickern, während eine ältere Dame aus Hamburg meldet, ihr SUV habe die Push-Nachricht bekommen: „Preisupdate! Auswärtiges Amt warnt vor leerem Tank.“
Das Wirtschaftsministerium prüft inzwischen, ob man die Preismasten offiziell als Nachrichtenagenturen anerkennen kann – schließlich liefern sie schneller als jede Tagesschau.
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