Freitag, 15. Mai 2026

Germany - One Point - der ESC steht vor der Tür

Der Eurovision Song Contest, kurz ESC, ist ja mittlerweile weniger ein Liederwettbewerb als eine geopolitische Gruppentherapie mit Nebelmaschine. Besonders schön sieht man das am ehemaligen Jugoslawien: Einst ein einziges Land, heute sechs – alle mit eigener Flagge, eigener Startnummer und eigener, sagen wir, sehr kreativer Vorstellung von musikalischer Qualität. Immerhin schießen sie nicht mehr aufeinander, sondern nur noch mit Punkten oder deren dramatischer Verweigerung.




Drei davon – Serbien, Montenegro und Kroatien – dürfen dieses Jahr immerhin auftreten und der Welt ihre Werke präsentieren. Slowenien hingegen hat abgesagt, genauso wie die Niederlande, Spanien, Irland und Island. Vielleicht Protest, vielleicht Müdigkeit, vielleicht pure Einsicht.

Über die musikalischen Einlagen lässt sich ja ohnehin vortrefflich streiten. Manche nennen es Vielfalt, andere mutige Kunst, wieder andere schlicht einen Angriff auf das eigene Trommelfell. Und am Ende gewinnt traditionell der Beitrag, der am meisten Stirnrunzeln verursacht – ein Lied, das selbst die Jury nur mit zusammengebissenen Zähnen „innovativ“ nennt.

Kurz: Der ESC bleibt das, was er immer war – ein glitzernder Jahrmarkt zwischen Genie, Wahnsinn und diplomatischer Schadensbegrenzung.


Die Brandmauer

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